Gedanken zur Zeit

Gedanken zur Zeit und Zeitumstellung

 30.10.2016

Irgendwie ist der Morgen orientierungslos. Die Zeit wurde heute Nacht eine Stunde zurückgestellt, sodass nichts mehr passt in der „neuen“ Zeit. Mein Rhythmus ist verwirrt, da er sich noch an der „alten“ Zeit orientiert.

Aber wie ver-rückt ist das denn: „alte“ und „neue“ Zeit zu sagen, als ob „Zeit“ ein Objekt, ein Ding wäre, das Verschleiß unterliegt, sich abnutzt, kaputt geht und darum wieder repariert werden kann.

„Vergangene“ und „zukünftige“ Zeit wäre vielleicht besser zu sagen. Obwohl dann die wichtigste Zeit fehlt: der Augenblick!

Braucht dieser Augenblick eine messbare Einheit?

Zum Erleben sicher nicht. Da ist er einfach da und will gespürt, gerochen, geschmeckt, getastet und gehört werden und im Inneren Erleben verankert werden.

Nur wenn ich dann auf ihn zurückblicke, brauche ich eine Einordnung in einen Zusammenhang. Allerdings muss dieser nicht messbar sein, sondern kann aus eigenen Maßstäben bestehen und sich an eigenen Werten oder Anknüpfungspunkten orientieren. Erst, wenn ich von ihm, diesem besonderen Augenblick, anderen Menschen erzähle, wird eine Maßeinheit sinnvoll. Dadurch ermögliche ich ihnen, diesen Augenblick in ihr System einzugliedern oder mit eigenen Erfahrungen vergleichen zu können.

Vielleicht wird dadurch deutlich, dass der Moment, in dem ich mich gerade befinde, nicht von der „Zeit“ als Maßeinheit geprägt wird. Dies wird in der heutigen „Zeit“ zu oft vergessen. Dennoch spüren immer mehr Menschen eine Sehnsucht nach diesem Erfüllt-sein im Augenblick, dem eine ungeheure Kraft innewohnt. Durch die Rückbindung an alle Sinne ist ein wahrhaft erfülltes Leben, unabhängig vom „Zeitgeist“, erst möglich.

Als Hoffnung für alle: es ist erlernbar und leb-bar. Machen Sie jetzt, in diesem Moment, den Anfang und riechen, schmecken, spüren, tasten und hören Sie Ihren Augenblick!