Klopfanleitung „Gedankenkarussell“

Kreisende Gedanken, nicht aufhören-wollende Betrachtung eines oder mehrerer Themen und deren verschiedene Facetten, ständige gedankliche Beschäftigung, beeinträchtigter Schlaf, Überforderung, Stress – all das und vieles mehr sind die Kennzeichen eines nicht enden wollenden Gedankenkarussells, das keine Pause, keine Erholung und keine Ruhe zulässt.

Meine Klopf-Anleitung zum Thema „Gedankenkarussell“ ist eine Anregung für Dich, wie Du einen Klopf-Prozess aufbauen kannst. Solltest Du andere einzelne Aspekte des Themas finden, notiere Dir diese zu Beginn mit ihrer persönlichen Belastung für Dich. Spüre dazu in Dich hinein und gib jedem Aspekt Deines Themas „Gedankenkarussell“ einen Wert zwischen Null (= es belastet mich überhaupt nicht) und 10 (=maximale Belastung). Gehe genauso mit den von mir vorgeschlagenen Teilaspekten vor. Es kann sein, dass Du nicht genau spürst, wie hoch die Belastung im Moment des Klopfens für Dich ist. In diesem Fall kannst Du die Belastung auch schätzen. Sie wird sich im Lauf des Prozesses auf dem im Moment richtigen Wert einpendeln.

Wenn Du diese Klopf-Anleitung für Dich liest und Dir selbst laut vorsprichst (!), lass Dir immer wieder Zeit zwischen einzelnen Abschnitten oder sogar einzelnen Wörtern, um das Gesagte auf Dein System wirken zu lassen.

Klopfe auf jedem Punkt einige Male ganz leicht mit den Fingerkuppen von zwei oder drei Fingern. Unter dem Arm, auf die Innenseite des Knies und auf dem Kopf kannst Du mit der flachen Hand klopfen. Das Klopfen soll sich immer angenehm für Dich anfühlen. Mit der Zeit wirst Du ein Gespür dafür bekommen, mit welcher Intensität Du am besten klopfst. Du kannst zwischen den Körperseiten oder den Händen wechseln, entweder nach jeder Runde oder auch zwischendurch.

Für den Einstimmungssatz (ES) beginne bitte, indem du mir der rechten Hand auf dem Wundem Punkt (WP) über dem Herzen kreist und dann mit dem Handkantenpunkt (HK) abwechselst.

Einstimmungssatz ES:

WP: Auch wenn mich meine kreisenden Gedanken so sehr belasten, weil ich den Strom an Gedanken, an Erinnerungen, an Bildern nicht stoppen kann, sogar nachts nicht, und ich dadurch schlecht schlafe, weil ich immer wieder aufwache und mit diesen Gedanken beschäftigt bin und ich dann am nächsten Tag so müde bin, dass ich mich kaum auf eine Aufgabe konzentrieren kann, mich leicht ablenken lasse und ich mich von der Situation so gestresst fühle, akzeptiere ich mich trotzdem genauso, wie ich jetzt bin.

HK: Auch wenn ich diese innere Unruhe spüre, weil es so laut ist in meinem Kopf, auch wenn der Gedankenstrom überhaupt nicht abreißt und ich mich ihm ausgeliefert fühle, auch wenn ich nur noch schwer zwischen Wichtigem und Unwichtigem unterscheiden kann, weil alle Gedanken gleich wichtig scheinen, akzeptiere ich mich trotzdem jetzt, in diesem Moment, so gut es mir irgendwie möglich ist.

WP: Auch wenn ich körperlich angespannt bin, v.a. nachts, und auch wenn es so viel zu tun gibt, auch wenn meine Gedanken ein ganzes Feuerwerk an Ideen darstellen, ist mir alles zu viel, und auch wenn ich mich davon so überfordert fühle und auch wenn ich keine Ruhe und keine Entspannung finde, liebe und akzeptiere ich mich genauso, wie ich jetzt bin.

Klopfprozess:

AI: diese kreisenden Gedanken

AA: diese kreisenden Gedanken

UA: ich fühle mich gestresst

UN: ich fühle mich überfordert

KI: von diesem Gedankenkarussell

SB: diese kreisenden Gedanken sind so laut in meinem Kopf

UARM: ich fühle mich ihnen ausgeliefert

Knie: diese kreisenden Gedanken

D: ich kann den Strom nicht stoppen

ZF: es fällt mir so schwer, aus diesem Karussell auszusteigen

MF: die Gedanken drehen sich und drehen sich

KF: es geht immer so weiter

HK: mit diesen kreisenden Gedanken

KO: es dreht sich alles immer weiter

 

ATMEN

 

AI: die Gedanken drehen sich immer weiter

AA: sie drehen sich im Kreis

UA: ständig wiederholen sie sich

UN: diese Bilder

KI: diese Erinnerungen

SB: diese Bewertungen

UARM: diese Gedanken und Fantasien

KNIE: es ist wie ein Feuerwerk an Gedanken

D: ein Feuerwerk, das auf einem Karussell sitzt

ZF: und jeder Gedanke sitzt auf einem anderen Gefährt

MF: und aus jedem Gefährt sprüht es – pausenlos, während das Karussell kreist

KF: ich fühle mich so überfordert

HK: ich kann gar nicht mehr entscheiden, was wichtig und was unwichtig ist

KO: alle Gedanken scheinen gleich wichtig zu sein

 

ATMEN

 

AI: es sind so viele

AA: ich kann mich überhaupt nicht mehr konzentrieren auf eine Aufgabe

UA: ständig gehen mir alle Gedanken durch den Kopf, alle Gedanken, die auf dem Karussell sitzen und kreisen

UN: es gibt kleine Gedanken und große Gedanken

KI: aber wenn sie anfangen zu sprühen, sind sie alle gleich – gleich laut

SB: gleich wichtig

UARM: gleich mich fesselnd

KNIE: ich fühle mich diesen Gedanken ausgeliefert

D: und ich bin körperlich angespannt, auch nachts

ZF: ich komme überhaupt nicht mehr zur Ruhe

MF: diese innere Unruhe lässt mich nicht mehr entspannen

KF: ich fühle mich so gestresst

HK: dieser ganze Stress von dem nicht aufhören wollenden Karussell aus Gedanken

KO: ich kann den Strom nicht stoppen

 

ATMEN

 

AI: es fällt mir so schwer, zur Ruhe zu finden

AA: es fällt mir so schwer, meinen Geist zu leeren und auszusteigen aus dem Karussell

UA: es fällt mir so schwer zur Ruhe zu kommen, innerlich und äußerlich

UN: es fällt mir so schwer, die Gedanken loszulassen

KI: ich fühle mich wie gefesselt

SB: angezogen von diesem Feuerwerk an Ideen, an Bildern, an Erinnerungen, an Gedanken, an Fantasien

UARM: und ich kann nicht mehr unterscheiden, was wichtig ist und was unwichtig

KNIE: es ist einfach zu viel

D: zu viel an kreisenden Gedanken

ZF: zu viel Anspannung

MF: zu viel Anspannung im Körper

KF: zu viel Anspannung im Kopf

HK: zu viel Anspannung in meiner Seele, weil ich mich so überfordert fühle, weil ich mich so gestresst fühle, weil ich mich so ausgeliefert fühle – diesem Gedankenkarussell

KO: ich bin so müde vom Denken

 

ATMEN

 

AI: ich bin so müde und kann trotzdem nicht entspannen

AA: ich bin so müde und trotzdem schlafe ich so schlecht

UA: weil meine Gedanken nicht aufhören zu kreisen

UN: weil ich nicht weiß, wie ich diesen Strom stoppen kann

KI: es dreht sich immer weiter in meinem Kopf

SB: und es macht mich so unruhig innerlich

UARM: ich kann mich nur noch schwer konzentrieren

KNIE: ich lasse mich so leicht ablenken von diesem Gedankenkarussell

D: ich fühle mich überfordert

ZF: ich fühle mich überfordert bei der Entscheidung: was ist wichtig und was nicht

MF: ich finde keine Ruhe

KF: es fällt mir so schwer, mich zu entspannen

HK: weil auch in der vermeintlichen Ruhe die Gedanken sich immer weiter drehen

KO: ich fühle mich überfordert

 

TIEF EIN UND AUS ATMEN

EINATMEN durch die Nase – die Zunge hinter die oberen Schneidezähne legen

AUSATMEN durch den Mund – die Zunge locker in den Mundboden fallen lassen

EINATMEN durch die Nase – Zunge hinter Schneidezähne

AUSATMEN durch den Mund – Zunge fällt locker in Mundboden

Lass diese Klopf-Runde jetzt auf Dich wirken.

Spüre in Dich hinein: Wie sehr belastet Dich das Gedankenkarussell in Deinem Kopf als Ganzes – jetzt im Moment?

Schreibe eine Zahl zwischen Null und Zehn auf: 0 = es belastete mich gar nicht; 10 = max. Wert

Gehe genauso mit den folgenden Unterpunkten vor: Spüre bei jeder Frage in Dich hinein und notiere eine Zahl.

Wie sehr belastet es Dich, dass Du diesen Strom an Gedanken nicht stoppen kannst?

Wie sehr fühlst Du Dich deinem Gedankenkarussell ausgeliefert?

Wie groß ist jetzt Deine körperliche Anspannung?

Wie weit bist Du von der inneren Ruhe entfernt? 0 = vollkommene innere Ruhe; 10 = max. Entfernung

Wie laut sind die Gedanken jetzt in Deinem Kopf?

Wie gestresst fühlst Du Dich?

Wie überfordert fühlst Du Dich von all diesen Gedanken – jetzt, im Moment?

Wie schätzt Du Deine Unterscheidungsfähigkeit ein, nämlich jetzt in der Lage zu sein, zwischen Wichtigem und Unwichtigem zu unterscheiden?

Wie hoch schätzt Du Deine Ablenkung ein, wenn Du vor einer Aufgabe stehst?

Wie hoch schätzt Du Deine Konzentrationsfähigkeit ein?

Wenn Du alle diese Werte notiert hast, schaue sie Dir an. Sollten einige Aspekte noch nicht bei Null sein, schaue, welche Punkte noch die größte Belastung zeigen. Wiederhole dann den Klopf-Prozess mit diesen Aspekten und klopfe noch einige Runden damit.

Atme am Ende des Prozesses wieder wie oben und schätze erneut Deine subjektive Belastung damit ein.

Ich möchte Dich anregen, solange zu klopfen, bis alle Aspekte bei Null sind, damit die Belastung wirklich aufgelöst ist. Beginne mit den Aspekten, die am höchsten in der Belastung sind. Wenn diese sich auflöst, werden Aspekte mit geringerer Belastung mit aufgelöst, ohne, dass sie extra benannt werden müssen.

Vielleicht hast Du im Laufe dieses Klopf-Prozesses eigene Belastungen entdeckt, die ganz speziell für Dich wichtig sind und/oder auf Dich besonders zutreffen. Beginne dann den Klopf-Prozess mit Deinen Aspekten wieder mit dem Einstimmungssatz an dem HK-Punkt oder am WP oder wechsle zwischen beiden. Wiederhole die Klopf-Runde mit diesen besonderen Aspekten / Belastungen solange, bis die Belastung Deiner Aspekte bei Null ist.

WEIL DU ES DIR WERT BIST!